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28 Sep 2010 3 Kommentare
…in den Regenwald! Hieß es Sonntag Morgen. Der Abend zuvor verlief ähnlich wie gewohnt: erstmal die Cocktail Happy Hour am Hotel ausnutzen (die sind echt starkt dort – da hauen 2-3 schon richtig rein: Yvi schwankt, Richi legt den Kopf auf den Tisch, ich kuschel mit Straßenhunden und Freundinnen… Entzugserscheinungen? Seltsamerweise verfliegt der Effekt auch sehr schnell wieder, im Vergleich). Zum Essen gehen trennten wir uns, für mich gings in eine günstige Pizzaria, was aber der Qualität keinen Abbruch tat. Dann wurden noch ein letztes mal die Straßenstände inspiziert, bei denen ich mein allerletztes Geld mit dem ich eigentlich Nicole noch bezahlen muss (ohoh) losgeworden bin. Jedenfalls ließen wir die Nacht mit nochmal Batidos und frisch gepressten Säften ausklingen (die sind einfach zu geil), bevor zumindest ein Teil von uns, der die Nacht nicht durchfeiern wollte (oder kein Geld mehr hatte
), zurück ins Hotel ging.
Sonntag Früh hieß es um 5 aufstehen um die Sachen zu packen, das Hotel zu verlassen und Bustickets zu besorgen, entgegen aller Hoffnungen waren letztere noch nicht ausverkauft – also kein zusätzlicher Tag an der Küste
Die ca 8 Stunden nach Quito waren recht unspektakulär, der Bus war etwas älter, aber dennoch durchaus bequem. In Quito wurden noch paar Kleinigkeiten erledigt, nach 3 Stunden in der Stadt gings erneut per Bus nach Las Tolas, wo Nicole uns abholte. Wir sind also, allen Reiseführerwarnungen von Überfällen und allen regelmäßigen Berichten von Überlandbus-Unglücken zum Trotz unversehrt wieder an der Station angekommen
Was ich ziemlich schön finde ist auch, dass das “Heimkommen” zur Station sich inzwischen wirklich so anfühlt! Hinten auf der Ladefläche rumruckelnd sind uns nach Las Tolas auch direkt die Frösche und sonstigen Nachtgeräusche aufgefallen, ich hatte die wirklich vermisst! In Canoa gab es auch Vögel, sogar ziemlich beeindruckende und große, aber von den Rufen her doch eher penetrant und laut, im Vergleich zu denen hier um die Station. Und eines der schönen Blinkglühwürmchen hat uns auch gleich willkommen geheißen und ist ein paar Meter auf dem Anhänger mit uns mitgeflogen.
Nach dem Abendessen zog es uns alle ziemlich schnell ins Bett, zwar bestand der Tag hauptsächlich aus Rumsitzen und Busfahren, aber es ist dennoch nichts so entspannend wie das eigene Bett.
Die letzte Woche wird nun wie gesagt zur Auswertung unserer Daten genutzt. Montag Vormittag verging erstmal mit Nachtragen aller fehlenden Werte und angleichen der verschiedenen Dokumente. Mittags gabs nach ziemlich einstimmigem Wunsch Nudeln – anscheinend hat das anhaltende Jammern mancher über Blähbauch geholfen, zumindest gabs in letzter Zeit sehr wenig Hülsenfrüchte ^^ Aber im Grunde finde ich das Essen im südamerikanischen Stil durchaus lecker, mit Kochbananen und Yuka kann man sich gut anfreunden, finde ich. Machado (also Kochbananenstampf mit Gemüse und Käse, dazu meist ein Ei) zum Frühstück werd ich zB zu Hause vermissen, auch Bolones (auch Kochbanane, aber rund und oft mit Huhn oder Käse drin) sind richtig lecker. Aber back to Topic:
Nachmittag war erstmal das Schmetterlingsprojekt dran, das fast alle außer Alex und mir bearbeitet haben. Aufgabe war das Fotografieren und anschließende Bestimmen von Schmetterlingsarten, die hier vorkommen, außerdem wurden Raupen gesammelt um zu sehen, was genau daraus schlüpft. Letzteres war aber wohl nicht so erfolgreich, und auch um das Bestimmen beneide ich die Gruppen nicht sonderlich; ich fand rumlaufen, Alex fotografieren lassen und die Schmetterlinge einfach nur anschauen besser
Demzufolge fand ich auch die Auswertung nicht ganz so spannend, euphemistisch ausgedrückt. Aber wenigstens gabs Kaba. Und Kaffee.
Ich freu mich aber schon auf die Ameisenauswertung, größtenteils haben Alex und ich ja schon Graphen gebastelt, Mittelwerte berechnet und co, aber unsere Ergebnisse noch nicht auf statistische Signifikanz überprüft. Außerdem hat ja von den anderen vielleicht noch jemand eine Idee, was man mit unseren Rohdaten Interessantes vergleichen könnte.
Ansonsten herrscht hier teilweise beim Essen bzw einigen Gesprächen schon ein wenig Abreisestimmung, was ich ziemlich doof finde – ich freu mich zwar natürlich auf zu Hause, meine Familie/Freunde, meinen Computer, mehr Selbstbestimmung und meine Ruhe, aber das heißt nicht, dass ich hier weg will! Kaum zu glauben, wie schnell 6 Wochen vergehen können. Aber für sentimentales Rückblicksbla ist später auch noch Zeit, also erstmal genug hiervon.
Meinem Sonnenbrand gehts gut, danke der Nachfragen – fusselt seit heute ziemlich, tut aber nicht mehr sonderlich weh. Also alles ok
Bis zum nächsten und dann vermutlich letzten Mal!
Eure Lyra
Freifluuuug
25 Sep 2010 5 Kommentare
in Ausflüge
Haaaai ihr!
Wisst ihr wie es ist, 50 cm (gefuehlte 100 cm) mit dem Hintern ueber einer harten Sitzflaeche zu schweben, festzustellen dass die Arme zu kurz sind um sich richtig festzuhalten, und auf den unkontrollierten Aufprall zu warten, wenn einen die Schwerkraft nach unten holt, oder aber das Boot wieder nach oben springt? Das Ganze in der Hoffnung, dass man beim Boot-Koerper-Kontakt nicht mit Kopf oder Zaehnen an das Metall vor einem stoesst, oder sich irgendwelche Knochen von Huefte bis Wirbelsaeule staucht? …dann wisst ihr ja, was wir gerade wieder Lustiges gemacht haben
Aber ich greife schon wieder vor. Der Nachmittag verging gestern noch mit ein bisschen Chillen, rumlaufen, Schmuckstaende angucken, Batidos trinken, etc. Abends wurde natuerlich wieder die Cocktail Happy Hour im Hotel ausgenutzt, danach gings in ein Restaurant, das Nicole uns empfohlen hat, war auch sehr lecker! An unserer Stamm-Obst-Bar haben wir danach noch zwei sehr suesse Norwegerinnen kennengelernt, die mit dem gleichen Bus wie wir hier angekommen sind, aber in einem anderen Hotel uebernachten. Die Beiden studieren Medizin in Quito und machen hier an der Kueste jetzt auch ein bisschen Urlaub. Sind alle so gross, souveraen und gutaussehend in Norwegen?
Mit meinen Mangroven wurde es jetzt leider doch nichts
Haben gefragt was es kostet (bzw die Spanischkoenner unter uns), und sind statt den erwarteten 10-15$ ganze 28$ pro Person, und damit sind dann alle abgesprungen, die ausser mir noch Interesse gehabt haetten. Wobei ich eh den Eindruck hatte, dass Yvi vielleicht nur wegen mir mit waere und gar nicht so sehr wegen den Mangroven. Als Einzelperson haette es 48$ gekostet, in Kombination mit meinen mangelnden Spanischkenntnissen hab ichs dann auch gelassen :/
Dafuer haben wir nach einem maessigen Fruehstueck einen Trip mit dem Fischerboot gemacht – 7,50$ pro Person fuer etwas ueber einer Stunde. Was mir keiner vorher gesagt hat war, wie man da ueber die Wellen huepft! Aber vielleicht besser, wer weiss, ob ich nicht sonst wieder gekniffen haette. Auf jeden Fall hatten wir mal wieder jede Menge Spass. Erst recht, als bei den fieseren Wellen und hoeherem Tempo dann auch die zuvor noch recht souveraenen Bootfahr-erfahrenen Norwegenurlauber angefangen haben zu fluchen oder kreischen. So weiss ich wenigstens, dass ich nicht nur zimperlich bin ^^ Hab ja nicht wirklich viel Vergleich, was Boote, Meer und Wellen betrifft. Ach ja, Blaufusstoelpel haben wir auch gesehen
Ansonsten hab ich gestern wieder alles Wichtige vergessen zu berichten, wie immer wenn ich life blogge. Naemlich dass ich jetzt supercoole Zoepfe hab, made by Anja! So hinten den Kopf hoch geflochten, hatte ich noch nie, schaut aber voll schoen aus. Heute kombiniert mit Bandana/Kopftuch, da die die Nacht nicht so gut ueberstehen. Hoffentlich lern ich auch mal, mir die selber zu flechten.
Zwar hab ich jetzt bestimmt wieder was vergessen, aber werd mal mit Yvi und Richi was zu essen suchen gehen, damit die nicht so ewig auf mich warten muessen. Freut euch schon auf Fotos (demnaechst)!
Lyra
Wer nicht hoeren will…
24 Sep 2010 6 Kommentare
…muss fuehlen! Das durfte Krebs-Lyra gestern mal wieder feststellen. Aber der Reihe nach.
Mittwoch sind wir also nach dem Mittagessen wie geplant mit dem Bus nach Quito gefahren, um dort Abends um 23 Uhr den Nachtbus nach Canoa an die Kueste zu nehmen. Wie der Zufall wollte, waren Anna und Rebecca auch gerade in Qutito und so traf man sich nochmal (was sehr schoen war
). Einer der nettesten und aufrichtigsten Abschiedsgruesse, die ich vor Ecuador bekommen habe, war von meiner (vegetarischen!) Schwester: “Lass dir das Meerschweinchen schmecken”. Und Mittwoch wars dann endlich so weit – die gemeinsame Zeit in Quito nutzten wir zum Cuy essen. Tja, was soll ich sagen? Viel ist nicht dran an den Dingern, aber das wusste man ja vorher. Geschmacklich eine Mischung aus Huhn und Fisch, von den Innereien konnte ich die Leber und das Herz identifizieren, schmeckte wie das eben so schmeckt. Fotos folgen! War auf jeden Fall cool, dass wir noch Gelegenheit hatten, Cuy essen zu gehen! Nochmal braeuchte ich das aber nicht unbedingt.
Die restliche Zeit verbrachten wir noch in Quito mit (erfolgreich) Geld abholen, Billigpizza/Burger essen und dann wars auch schon Zeit, zum Bus zu gehen. Der war ziemlich cool – steht einem deutschen neuen Reisebus in nichts nach, sehr bequem auch zum schlafen und sogar mit Sicherheitskontrolle beim Einsteigen. So gingen die 8 Stunden Fahrt dann auch recht schnell vorbei, zum Glueck musste ich nicht aufs Klo, das war naemlich fast die ganze Zeit abgesperrt. Etwas gematscht, aber recht gut gelaunt waren wir also gegen 7 in Canoa – das Meer schon in Sichtweite! Gepaeck in der Hand gings direkt an den Strand, erste Aussicht und Sand unter den Fuessen geniessen – dann aber doch erstmal ins Hotel, wo wir nach kurzem Warten auch gleich unser Gepaeck verstauen konnten. Das Hotel ist die gleiche Kette wie in Mindo, Hotel Bamboo – stylisch, vergleichsweise sauber (wen stoeren schon Ameisenstrassen durchs Zimmer, wenn man dafuer ein eigenes Klo hat?) und direkt am Strand gelegen.
Als naechstes zog es uns richtung Fruehstueck, dabei konnten wir auch gleich ein wenig durch die Stadt laufen. Canoa besteht, zumindest der Teil den wir Touristen als erstes fuer uns entdeckten, hauptsaechlich aus Bars, Hotels und Restaurants, dazwischen verteilt ein paar der typischen kleinen Laeden mit bisschen Obst, Getraenken usw. Fuer unser Fruehstueck entschieden wir uns fuer ein kleines Restaurant bei dem es fuer 1-2$ Essen gab, in meinem Fall wieder so ein leckeres Kochbananen-Kaese-Knoedel dessen Name ich schon wieder vergessen hab, dazu Instantmilch die mit 3 gehaeuften Loeffeln Kaba auch lecker schmeckte.
Der Tag wurde natuerlich am Strand verbracht – ich bin ja total anti-Strandurlaub eingestellt, aber muss sagen, bei dem schoenen Wasser, dem super sauberen Strand mit vielen Muscheln und so gut wie keinen Leuten und den Wellen hatte auch ich ziemlich viel Spass! Zumindest nachdem ich meine Badeanzugminderwertigkeitskomplexe ueberwunden hatte. Im Wasser wars dann auch ziemlich praktisch, dass ich als einzige einen Badeanzug statt Bikini hatte, da ich dann naemlich die einzige war, die nicht staendig Gefahr lief, das eine oder andere Teil zu verlieren. Alex und ich wollten ausserdem eine Sandburg bauen, leider wurde die noch vor ihrer Vollendung weggespuelt. Weniger toll als das Baden war das Sonnenbraten – spaetestens da hoert bei mir die Toleranz fuer Strandurlaub auf. Dumm wie ich bin bin ich natuerlich dennoch bei den anderen geblieben statt ins Hotel oder in den Schatten am Hotel zu gehen, sei es aus dem noch immer nicht zu 100% unterdrueckten Schoenheitsideal dass braun = gut, oder aus nicht-nachdenken, oder wer weiss warum. Jedenfalls hat weder 50er Sonnencreme, noch regelmaessiger Hautcheck, noch nachcremen mich davor bewahrt, jetzt wie eine rote Neonlampe zu gluehen. Wenn ich also behaupte, ich haette die heissesten Beine von ganz Canoa, dann hat das herzlich wenig mit Anatomie zu tun, sondern eher mit der unangenehm hohen Hauttemperatur.
Was aber noch viel schlimmer ist als weder sitzen, noch liegen, noch laufen zu koennen sind sowohl die Vorstellung von mir in 30 Jahren mit Schrumpelhaut und Krebsgeschwueren, als auch das unbeschreibliche Gefuehl und der Beweis der eigenen Dummheit – ist ja nicht so, als ob ich nicht schon ueber 20 Jahre in meiner ueberempfindlichen Haut stecke! Und dass die Sonne hier nunmal noch krasser ist, laut Yvi war gestern auch der Tag an dem sie am steilsten runterbrennt, ist ja auch kein Geheimnis. Ein schwacher Trost ist, dass auch die regelmaessigen Strandurlauber und die selbsterklaerten Sonnenfreunde nicht ganz unbeschadet davon gekommen sind. Da darf mir als Kellerkind & Nachtschwaermer sowas doch auch mal passieren. Oder?
Meine Maedels – ja, diesmal hab ich einen Platz im Maedelszimmer bekommen, ohne dass wer schnarcht! – haben mich auch direkt mit After Sun with Q10, Fenestil(ersatz) und Aloe Vera-Lotion versorgt, zumindest daran mangelts mir also nicht. Lieber waer mir ja irgendwas gegen den “Selber Schuld Doofi” Gedankengang, aber der wird mir wohl erstmal bleiben. Generell ists aber eh lustig, wie hier alles moegliche getauscht und verliehen wird – Schuhe, Schals, Creme, Duschgel, notfalls auch mal Unterwaesche, Lippenstift, Kleidung, Deo – oder, wie gerade Jule und ich, unsere Sonnenbrillen (“Deine ist voll schoen” – “Ne, deine ist cooler!”).
Lieber Bruder, hast du mich gestern gesehen? Ich hab mich auf das groesste Stueck Treibholz gestellt, das in der Naehe war, und dir und Yumi zugewunken! Du hast doch Adleraugen. Und sag jetzt bloss nicht, du haettest in dem Moment gerade nicht geschaut.
Da uns allen langsam das Geld knapp wird, beschossen wir (ein paar von uns) das Mittagessen selbst zu basteln – die Idee, Tomaten und Thunfisch aus der Dose auf Semmeln zu legen war auch soweit gut, leider waren letztere eher als “suess” einzustufen, was dann… nicht mehr ganz so lecker war. Aber satt waren wir.
Abends gings dann die Cocktail Happy Hour in unserer Hotelbar ausnutzen – Pisco Sour und Canoa Tropical hiess das in meinem Fall, wobei der Banana Colada mittags direkt am Strand sitzend schon auch Stil hatte! Dann gabs eine kurze Wartepause (Ameisen im Zimmer), in der ein Ecuadorianer aus der Schweiz Gefallen an Katrin und mir fand, aber zum Glueck kamen dann die anderen wieder und wir retteten uns in die naechste Saftbar. Dort gabs dann noch 1$-Batidos (Milchshake mit diversen Fruechten/Obst nach Wahl), ich glaube, die werd ich in Deutschland neben den guenstigen Cocktails mit am meisten vermissen.
Heute heisst es fuer mich erstmal vermummen bis zum Kinn, da ich keine Lust auf einen zweiten Sonnenbrand habe (wie ihn sich die anderen glaube ich teils schon geholt haben), lob sei dem duennen Langarmkleid fuer 4 Euro aus dem C&A! Wobei meine Arme und das Gesicht eigentlich noch recht in Ordnung sind, die sind ein bisschen Sonne ja gewoehnt. Dafuer hab ich angeblich Sommersprossen, aber da alle die “niedlich” nennen und gern selber welche haetten, kann ich mich wohl damit abfinden. Verblassen ja hoffentlich auch schnell wieder, wenn sie wieder eine gesunde Dosis Computerbestrahlung abbekommen.
Da der Obstsalat im Hotel nicht wirklich saettigend war, gingen ein paar von uns noch Fritados am Strassenrand kaufen, das war eine Tuete mit Fleischstueckchen (bzw Fett oder Knochenstuecke Oo), frittierten Bananen und etwas Salat. Aber eigentlich ganz nice, ich wuenschte, ich haette mir oefter mal so Zeug vom Strassenrand reingezogen, und weniger groesser essen gegangen, denke da findet man interessantere Sachen.
Jetzt werd ich mir wohl auch erstmal wieder was zu essen suchen, ist schon Mittag vorbei – dh bei euch ist Abend – aber fast keiner online, wenn ich mal da bin! Schaemt euch. Hoffentlich kann sich morgen jemand fuer die Mangroven begeistern, allein waer auch doof.
Machts gut!
Lyra
Bilder
14 Sep 2010 2 Kommentare
in Ausflüge
Eigentlich war Mindo ganz schön: (Foto von Alex)
Und auch das Vögelschauen: (Foto von Richi)
Holzhaus deluxe, made by Wilo & co (da war auch das Restaurant drin):
Man beachte den schönen Wasserfall im Hintergrund, den man leider nicht sieht, dafür die liebe Yvi:
Und so macht man Schokolade:
Stadtfest:
Mindo
12 Sep 2010 11 Kommentare
in Ausflüge
Hallo zusammen!
Liebe Gruesse sende ich Euch diesmal aus Mindo. Die Stadt bzw Gegend wurde mir ja ziemlich schnell empfohlen, als die Ecuador Plaene bekannt wurden, und stand dann auch bald auf der Liste der “to do” Wochenendaktivitaeten. Praktisch ist dabei auch, dass Nicole sich hier gut auskennt, und uns direkt Restaurant/Hotel und co empfehlen konnte. Die meisten von uns sind ziemlich begeistert von der Stadt, fuer mich war der erste Eindruck allerdings ein bisschen wie “Touristenstadt, aber irgendwie fehlen die Touristen bzw Leute” – der Eindruck wurde spaeter etwas geaendert, als es zum Stadtfest abends die ganzen Leute auf die Strasse gezogen hat. Ob ich hier wohnen wollen wuerde, bin ich aber nicht wirklich ueberzeugt.
Los ging es dieses mal schon deutlich frueher als normal: Genau genommen standen die Wecker auf Freitag, 3 Uhr nachts, damit wir puenktlich zum Hellwerden uns einer Vogeltour in der Naehe von Mindo anschliessen konnten. So liefen wir mit einer Gruppe amerikanischer Birdwatcher (lol) ein paar Stunden durch den Wald, hielten an diversen Stellen an, um uns Voegel anzusehen. Die Besonderheit dort ist, dass es den Guides gelungen ist, die Voegel in sichtbare Naehe zu locken, indem sie sie fuettern, so dass man sie relativ gut auch mit blossem Auge erkennen kann. Fast so lustig zu beobachten wie die Voegel, waren die Birdwatcher, die sich im Gegensatz zu uns doch recht freudig erregt zeigten. Von unserer Gruppe waren selbst die Vogelfans jedoch nicht sonderlich begeistert, ich glaube wir hatten uns ein paar mehr spektakulaerere Voegel erhofft. Was nicht heisst, dass ein kleiner brauner dicker Vogel mit duennen Beinchen nicht niedlich ist, aber die reine Seltenheit bzw Tatsache, dass sie normal schwer zu beobachten sind, reisst mich nunmal nicht so sehr vom Hocker.
Nichts desto trotz gabs dennoch einige huebsche Voegel zu sehen, auch wenn wir deren Obst (Bananen, Weintrauben) eigentlich lieber selber gegessen haetten. Zu Essen gabs fuer uns dann jedoch auch was zum Abschied – leckeres Fruehstueck mit Bolones de verde con pollo/queso (Kleine Baelle aus gestampfter & frittierter Kochbanane, gefuellt mit Huhn bzw Kaese), sowie Empanadas.
Als naechstes fuhren wir zum Geld abheben einen Umweg nach San Miguel de los Bancos, leider war das wiedermal schwerer als erwartet – so wurde weder Alex seine Reiseschecks los, noch konnten die Sparkassenkartenbesitzer unter uns Geld abheben. Wie Yvi so schoen festgestellt hat: Kein Wunder, dass das Land so arm ist, wenn keiner an sein Geld auf der Bank kommt…
Weiter gings nach Mindo (hier kommt uebrigens Wilo her, von daher kennt Nicole so ungefaehr alle Leute und Restaurantbesityer, da die Haelfte eh Verwandtschaft ist). Unsere Unterkunft war das Hotel Cabaño Bambu, ein paar Gehminuten vom Mindo Zentrum entfernt, aber eine wunderschoene Anlage! Fast ein bisschen Italienurlaub-Feeling, warm, trocken, sonnig, gepfleger Garten, richtig huebsch. Wir haben ein (offenes) Haus mit gemeinsamem Klo und oeffentlichen Duschen, zum Schlafen Zweierzimmer. Bis 15 Uhr war erstmal Pause zum Ausruhen und Ankommen angesagt, danach gings zum Mittagessen zu Wilos Familienrestaurant (fuera de Babilonia). Natuerlich auch Wilos Empfehlung gegessen: Forelle (gedaempft oder frittiert). Sehr lecker!
Anschliessend wurden die Schokoladenfreaks unter uns befriedigt: Wir durfte im “Chocol Arte” vorgeroestete Kakaobohnen mahlen (anstrengend!!), uuuuund das Allerbeste war das darauffolgende Schokoladenfondue mit eben gemahlener Schokolade & Bananen!
Abends besuchten wir das Stadtfest, mit Open Air Gottesdienst und Marienverehrung, ein bisschen eigen, aber interessant anzusehen. Nach zehn Runden an den dortigen (wenigen) Schmuckstaenden vorbei wurde auch endlich das grosse Feuer entzuendet. Dank fruehem Aufstehen zog es zumindest einige von uns aber doch relativ bald ins Bett.
Nach einer mal wieder miesen Nacht (inzwischen bin ich teilweise schon bei ueber einem halben Liter Wasser pro Nacht trinken, keine Ahnung warum ich so oft aufwache), inklusive richtig fiesem Wadenkrampf (wobei ich damit hier nicht die einzige bin – Magnesiummangel?) hiess es um 7:15 aufstehen. Fruehstueck gabs wieder im Restaurant von Wilos Mutter, Empanadas und Obstsalat mit Muesli. Das Obst hierzulande schmeckt einfach zu lecker! Kann man gar nicht genug von kriegen.
Der erste Programmpunkt des Tages waren die Cascadas del Mindo (oder so), also die etwa 20 Minuten entfernten Wasserfaelle. Um zu diesen zu gelangen durften wir erst mit einer ziemlich coolen, etwas rustikalen Gondel ueber den Wald fahren, geniale Aussicht, richtig toll! (Sehr zum Leidwesen unserer Hoehenangstler).
Nach einem kleinen Abstieg zum Cascada Guarumos verbrachten wir eine Weile am Wasserfall (genaugenommen warens zwei, in 2 min Entfernung), einige gingen auch kurz Baden, war aber wohl relativ kalt (aber schoen).
Der Nachmittag war eigentlich fuer Canopy vorgesehen, wer das wollte, wurde aber wegen Regen und zu vielen Leuten vertagt, so gingen wir in die Saftbar hier in Mindo. Frisch gepresste Saefte, genialer Obstsalat, mmmh! (Und umso toller, dass man sich mal daran sattessen konnte, da auf der Station immer ein gewisser Fressneid um das vorhandene Obst herrscht)
Anschliessend wurden noch die lokalen Supermaerkte und Obstlaeden fuer Privatvorraete gepluendert (auch wenn “Supermarkt” sehr euphemistisch ausgedrueckt ist), die Vorraete zurueck ins Hotel gebracht und am Abend gings wieder in die Innenstadt. Dort ging naemlich das Dorffest weiter, mit wieder erst mehr, dann weniger interessanten Auffuehrungen vor der Kirche und erst mehr, dann weniger anhoerbarer Musik. Ein Stueck weiter sammelten sich so langsam Leute in Grueppchen, wo spaeter getanzt werden sollte. Am Strassenrand gabs eine undefinierbare Art selbstgemachten Orangen/Maracuja Alkohol, schmeckte nicht allzu stark, nach einigen Schlucken aber umso leckerer. Eine Flasche 1$!
Da die Erkaeltung hier aber immernoch die Runde macht, schliesslich durch “probier mal meinen Brombeersaft” und Aktionen wie das leckere Fondue auch kraeftig unterstuetzt in der Verbreitung, bin ich zusammen mit paar anderen von uns schon gegen 23 Uhr zurueck zum Hostal, bevor das offizielle Tanzen begann und bevor der Feuerwerksturm (?) entzuendet wurde. Krank bin ich heute dennoch, nach einer wieder miesen Nacht mit den gestoertesten Traeumen ever, aber dennoch froh dass ich nicht noch wie der Rest klatschnass erst spaet nachts heimgekommen bin.
Zum Fruehstueck zog es uns nochmal ins Chocol Arte, seitdem sitz ich hier im Internetcafe – leider krieg ich weder icq, noch irc, noch skype ernsthaft zum laufen, aber immerhin mal wieder zeit zum mail lesen & kommentare und so. Sonst ist heute nicht mehr viel geplant, wird wohl nach dem Mittagessen langsam wieder Richtung Station gehen.
So viel zum Wochenende! Machts gut,
Lyra
Ein paar Bilder
09 Sep 2010 4 Kommentare
in Ausflüge
So sieht das aus wenn Biologen arbeiten:
Anja & ich glücklich auf dem Cotopaxi:
Auch der Rest hats geschafft:
Einmal posen bitte:
Eigentlich hatte ich noch Bilder mit mehr Schmetterling und weniger Lyra, aber Zeit rennt, also vlt nächstes mal! (oder auch nicht)
Quito & ereignisreiche Heimfahrt
07 Sep 2010 8 Kommentare
in Ausflüge
Sonntag wollten wir Quito genauer unter die Lupe nehmen – zwar sind wir schon durchgefahren, aber sightseeing war dabei nicht wirklich drin. Nicht dass ein Tag angemessen ist, aber besser als nichts! Der oberflächliche Eindruck der Stadt ist irgendwas zwischen “faszinierend”, “schmutzig” und “riesig”. Egal in welche Richtung man blickt, die Stadt hört einfach nicht mehr auf! Erstreckt sich über Hügel, Berge, Täler, noch mehr Hügel – das hat was! Die verschiedenen Stadtteile unterscheiden sich untereinander aber doch sehr, eben gegliedert in arm/reich. Wenn man mit dem Taxi herumfährt, kommt man immer wieder unerwartet an interessanten Details vorbei, wie zB die große Kathedrale, oder die Geflügelte Jungfrau. Der Tag war auf jeden Fall zu kurz (und vor allem schlecht organisiert, da wir unser ganzes Gepäck rumschleifen mussten), aber immerhin konnten wir mal einen ersten Eindruck gewinnen! Aber von vorn:
Am Morgen gönnten wir uns Ausschlafen und verabredeten uns erst um 9 – diesmal war auch Zeit für Frühstück in einer Bäckerkette, die ziemlich leckere Törtchen und Hörnchen und Empanadas und co hatten. Für Alex & mein Frühstück (insgesamt über 6 Teile, mit Orangensaft, mehr als wir essen konnten) hab ich insgesamt nichtmal 3$ gezahlt o.O
Danach besuchten wir Mini-Otavalo – ein Markt wie der berühmte Handwerksmarkt in Otavalo, aber im Kleinformat. Zwar hatten noch nicht alle Stände offen, aber war trotzdem nett einmal durchzulaufen. Und noch was Kleines für die liebe Tahita gefunden :>
Als nächstes wollten wir uns die Altstadt von Quito (Weltkulturerbe!) genauer anschauen, also wieder ein Taxi (bzw drei) angehalten. Von den Taxifahrern erfährt man immer wieder interessante Sachen – zB was besonders sehenswert ist, oder dass die Altstadt jeden Sonntag Früh bis Nachmittag autofreie Zone ist, oder dass es in Deutschland kein Obst gibt. Auf jeden Fall immer eine Unterhaltung wert!
Wir liefen also eine Weile durch die Altstadt, schauten in einige der Kirchen, allerdings nur kurz, da gerade Gottesdienst war. Die große Kathedrale ist wirklich beeindruckend! Leider ist die zur Zeit für Besucher geschlossen, so dass man nur den Turm besteigen konnte – was einige von uns auch machten, während der Rest draußen auf das Gepäck aufpasste. Leider gabs wohl oben doch mehr als ein bisschen Aussicht über Quito zu sehen, so dass die anderen im Endeffekt eine gute Stunde weg waren (hätte ich das gewusst, wär ich für die 2$ auch mit rauf). Dafür hatten wir unten auch Unterhaltung – durften nämlich mit Trinkwasser Miriams Haare (Traumlocken!) waschen, nach einem Taubenmist-Volltreffer…
Schließlich gings noch Hamburgesa queso im ecuadorianischen Fastfood Restaurant organisieren, danach trennte sich die Gruppe in “will in Café” und “will in Internetcafé” auf, allerdings eh nur noch für knapp 30 Minuten, bevor wir uns mit Taxis zurück zum Busbahnhof bringen ließen.
Wer nun denkt, hier hört die Spannung auf … weit gefehlt! Die Busfahrt verlief ereignislos, zwischen Musikhören und aus dem Fenster schauen (bis es dunkel war)… ich kann mich einfach nicht satt sehen an der Landschaft hier! Die Strecke von Quito nach Las Tolas ist einfach genial, wie man sich durch die Berge schraubt, waldbedeckte Täler, auf der anderen Seite wieder steiler Anstieg, harte Gipfel, wie man sich ganz klein fühlt, weil die Berge einfach so unglaublich groß sind (und wirken)… unbeschreiblich!
Allerdings erreichte uns dann die Nachricht, dass Nicoles Pickup nicht mehr funktioniert, und wir in Las Tolas, wo wir abgeholt werden sollten, erstmal von einem 15 Jährigen erwartet werden. Das Missverständnis, dass dieser uns zur Station fahren würde klärte sich zum Glück schnell auf, als er uns einen Wagen rief – also zu 10. auf die Ladefläche gequetscht (ohne Bank und Dach diesmal), aber so wars wenigstens warm, erst recht als es noch anfing zu regnen ^^
Da auch Nicoles Hunde (Lassa & Klecks) verschwunden waren, riefen wir immer wieder nach ihnen – und tatsächlich kamen sie schließlich irgendwann aus dem Nichts angerannt!
Und folgten uns den Rest des Weges. Am Ende mussten wir noch ein Stück laufen, aber Nicole & Wilo standen schon am Straßenrand bereit, und so kamen wir zu einer unfreiwilligen zweiten Nachtwanderung… es hat zwar geregnet, aber auch ein bisschen gewittert – was ziemlich genial aussah, mit Blitzen über den ganzen Himmel! War allerdings ziemlich weit weg.
Wilo hatte netterweise sogar noch Abendessen für uns gekocht, so dass wir sogar noch eine leckere warme Mahlzeit essen konnten, bevor wir nach einem ereignisreichen Wochenende wieder in unseren inzwischen vertrauten Betten in der Station dem prasselnden Regen lauschend einschlafen konnten.
Bilder vom Wochenende folgen, hatte leider noch keine Zeit mich darum zu kümmern bzw mit anderen auszutauschen..
Cotopaxi!
07 Sep 2010 Hinterlasse einen Kommentar
in Ausflüge
Hallo zusammen!
Ich melde mich zurück von einem wiedermal sehr ereignisreichen Wochenende! Ziel waren diesmal, wie ja schon erwähnt, der Cotopaxi & Quito.
Freitag gings schon nachmittags los, da wir diesmal ohne Nicole unterwegs
waren und uns nach dem Bus richten mussten – und bis zur Bushaltestelle fährt man ja auch eine ganze Weile. Außerdem gibts keinen festen Busplan, also ist man besser ein bisschen früher da.
Hier ist es üblich, dass immer mal wieder Händler mit Mandarinen oder anderen Sachen zum Verkauf durch den Bus laufen, in unserem Fall Empanadas – zwar rebellierte mein Magen schon wieder, aber das roch so lecker, dass Alex & ich uns eines teilten
Fettig, mit Käse gefüllt, Zucker obendrauf, warm – mmh! Die Busfahrt an sich war durchaus “spannend”. Wir hatten einen sehr bequemer Reisebus (so wie alle, mit denen wir bisher gefahren sind), 2$ bis nach Quito, und scheinbar der schnellste Bus von allen – zumindest haben wir ziemlich viel Zeit auf der linken Fahrbahn verbracht, und auch gern mal bergauf um die Kurve andere Busse überholt. Außerdem kommt manchmal ein bisschen Astronautenfeeling auf, wenn man mehr über die Bodenunebenheiten fliegt statt fährt. Aber wie gesagt, bequem, schnell, billig, und Langeweile kommt sicher nicht auf! ^^
Weiter gings mit dem Taxi zum Hotel “New Bask” – direkt in der Neustadt von Quito! Das Hotel war irgendwas zwischen chillig, stylisch und charakteristisch – auf jeden Fall aber günstig und in guter Lage. Für uns (inzwischen 10 Leute – wir 6 Bayreuther, Anna und Rebecca aus Mainz, Bachelorarbeit-Max und die neue Voluntärin Miriam) gabs 2 Zimmer, ich war zusammen mit Yvi und den drei Kerlen in einem davon.
Freitag Abend zog es uns erstmal ins Restaurant Texas Ranch (Steak again), dann noch ins Nightlife von Quito (Neustadt) – lag schließlich direkt vor unserer Tür (was auch nicht zu überhören war, bis zum nächsten Morgen als wir aufstehen mussten)! Die Preise im Zentrum waren natürlich ziemlich gehoben, ca 4-6$ für normale Cocktails, allerdings ließen wir es uns nicht nehmen direkt am zentralen Platz Mojitos zu trinken (gab sogar Mojito Erdbeer, Maracuja usw). Ein bisschen schäbig hab ich mich in meiner Reisegarderobe ja schon gefühlt, unter den ganzen schick hergerichteten Ecuadorianern. Danach fanden wir noch unseren Weg in eine geniale Beatles Kneipe, unter anderem den lokalen Schnaps ausprobieren (Aguar diente), bis wir “Let it be” und co mitsangen und uns schließlich für unsere Betten entschieden. Zumindest die meisten, besser wärs gewesen alle hätten hier Schluss gemacht – hätte uns zumindest Max’ Kotzerei mitten in der Nacht in unserem (eh schon versifften) Bad erspart. Aber nuja. Der Fairness halber sei gesagt, dass die Nacht auch ohne das nicht sonderlich erholsam war, was wohl an einer Mischung aus eingebildeten Flöhen (nicht ich^^), extrem lauter Musik von außen, unbequemen Betten und wer weiß was lag.
Samstag Früh trennten sich unsere Wege – für uns 6 Bayreuther gings um 6 mit dem Taxi zum Busterminal Ophelia. Von dort aus mit dem Bus zum Cotopaxi (mitten in der Pampa an der Schnellstraße ausgestiegen), wo Yvi & ich uns noch niedliche Lamahandschuhe kauften. Weiter gings mit Guide & Auto – zu viert hinten drin und zu zweit auf dem Beifahrersitz – Gruppenkuscheln!
Wusstet ihr übrigens, dass der Cotopaxi der höchste freistehende aktive Vulkankegel der Welt ist?
Allein die Fahrt war schon ziemlich cool, erst entlang von Nauturschutzgebiet, durch einen kleinen Fluss (oder Bach), dann über weite Ebenen mit Wildpferden (glaub ich). An einer kleinen Lagune (Laguna Limpiopungo) wurde auf 3830 Metern ein paar Minuten zum Akklimatisieren & Eincremen Halt gemacht, bis es weiterging – durch die Wolken, durch den Nebel, und schließlich kam der schneebedeckte Gipfel in Sicht! Mit vielen “ooooh”s und “uiiiiii”s und “schau mal DA!” fuhren wir bis auf einen Parkplatz (4500 m), von dem aus man schließlich zu einem kleinen Gebäude auf stolzen 4810 Metern zu Fuß laufen konnte. Schaut aus wie ein Marsch von 10 Minuten… dauert aber ne Stunde und länger! Während es mir an der Cuicocha Lagune noch höhenmäßig ziemlich gut ging bzw ich wenig gemerkt habe, hat der Cotopaxi mir echt zu schaffen gemacht! Während der Guide mit Yvi und dem Rest den Berg hochgerannt sind, haben Anja und ich uns etwas mehr Zeit gelassen – was aber auch recht schön war, schließlich hat man eine geniale Aussicht über das ganze etwas tiefer gelegene Plateau, eine einzige Farbpalette aus Beige, Olive, Braun, Graubraun, Dunkelgrün – und darüber und rundum Wolken, manche zum greifen nah, andere weiter weg. Das Wetter hat es wieder gut mit uns gemeint, war irgendwas zwischen sonnig und bedeckt, also genau richtig. Sehr schade war nur, dass als Anja und ich die Hütte erreichten, gerade der Gipfel zugezogen war – somit haben wir kein Foto vom Cotopaxi & uns ![]()
War aber dennoch ein geniales Gefühl, endlich oben angekommen zu sein – vor allem am Ende waren das glaub ich die langsamsten und anstrengendsten Meter meines Lebens! Weiß nicht warum mir das so viel schwerer gefallen ist als dem Rest, vermutlich eben doch mangelnde Kondition usw. Aber hauptsache geschafft – oben kam uns gleich Yvi entgegengelaufen, die für Anja und mich je ein Snickers organisiert hatte. So wurden die tollsten und meist verdientesten Snickers der Welt auf 4810 Metern auf dem Cotopaxi verzehrt
War auch das erste richtige Essen neben Apfel und Keksen, das wir hatten (irgendwie vorher nix richtiges gefunden).
Schade war nur, dass keiner mehr weiter hoch Richtung Gletscher bzw Eis wollte, das tat mir doch sehr leid. Aber ich selber hätte es wohl eh nicht (in zivilisiertem Zeitrahmen) geschafft, und so tragen wir den Rückweg ohne “Eis essen” an. Dafür hab ich ein Vulkansteinchen geklaut :>
Der Guide fuhr uns schließlich (wieder eng gestapelt) wieder runter vom Berg, wo wir nach kurzem Zwischenstop im Hotel erstmal Essen gingen (Pizza & co). Richi, Yvi, Alex und ich liefen danach noch ein wenig herum, die Gegend erkunden – und stolperten direkt in die nächste lustige Situation: Weil Alex bzw Richi einen Trabi auf der Straße entdeckten und fotografierten, drehte dieser an der nächsten Kreuzung direkt um und hielt bei uns am Straßenrand. Darin saß ein nettes/lustiges Ehepaar, die ziemlich gut Englisch konnten und sich über unser Interesse an ihrem Auto (ihr ganzer Stolz, war wohl schwer zu finden) freuten, der Mann klappte direkt die Motorhaube auf, posierte mit uns zwei Mädels während die Jungs Fotos machen durften
…Danach wollten sie noch wissen ob sie uns weiterhelfen können, da wir eh gerade nach einem Supermarkt ausschau hielten, fuhren sie uns zum nächstbesten (ca 300m weiter) – zu viert hinten im Trabi! Daraufhin nett verabschiedet & getrennt.
Wir haben erstmal den Supermarkt leergeräumt – Pfirsiche für Yvi, Schokolade für Alex und mich, Mitbringsl für euch, …. ![]()
Eigentlich waren wir um 18 Uhr wieder mit den anderen am Hotel verabredet – vor lauter Trabi und Einkaufen war die Zeit allerdings schon etwas fortgeschritten, außerdem fings an zu regnen, also nahmen wir kurzerhand ein Taxi… leider kannte der unser Hotel nicht, und wir nicht den Namen der Straße. Mit Hand & Fuß Kommunikation und auf gut Glück links und rechts deuten kamen wir aber trotzdem für 2$ ans Ziel.
Abends gingen wir dann nochmal Cocktails austesten ins Mongo, diesmal aber im 1-2$ Bereich, was der Qualität keinen Abbruch tat. Da wir allerdings von der schlaflosen Nacht und dem Trip auf den Cotopaxi doch recht erschöpft waren, gings diesmal etwas früher ins Bett (und diesmal auch erfolgreicher was den Schlaf angeht).
Sonntag folgt!
Liebe Gruesse…
05 Sep 2010 7 Kommentare
in Ausflüge
…aus Quito!
Wir sitzen gerade noch kurz zu viert in einem Internetcafe in Quito, bevor wir gleich die Rueckreise zur Station antreten. Was fuer ein ereignisreiches Wochenende das wieder war!
Die letzten Posts haben glaub ich zeitmaessig doch nicht so ganz hingehauen, aber egal, so lang die Tage zu den Geburtstagen passen.
Naechste Meldung gibts vermutlich am Dienstag oder so, dann mit ausfuehrlichem Bericht vom hoechsten aktiven Vulkan der Welt, wie es Lyra auf ueber 4800 Metern geht, wie man zum besten Snickers der Welt kommt, wie Cocktails in Quito schmecken, und von der coolsten Beatles Kneipe der Stadt (will sowas nicht einer in Bayreuth aufmachen?
).
Bis bald!
Lyra
Zoo, Lagune & zurück
31 Aug 2010 5 Kommentare
in Ausflüge
Sonntag brachen wir früh von Otavalo auf Richtung der Cuicocha Lagune, ein total schöner See auf 3500 Höhenmetern, an dem wir auch ein Stück
oberhalb entlang liefen und die Aussicht genossen. Das Wetter war schön (klar, Sonnenschein, windig), sah wirklich toll aus! Leider konnte ich den Ausblick weniger genießen als ich es gerne hätte, da ich seit dem Aufstehen irgendwas zwischen Rücken- und später Bauchschmerzen/krämpfen hatte, die erst später am Tag wirklich besser wurden (nein, ich hab nix komisches gegessen).
Dafür durfte ich den ganzen Tag im warmen kuscheligen Vorderteil des Autos fahren (was nicht heißt, dass die Ladefläche nicht toll ist – aber nicht so sehr mit Bauchweh) ^^
Mittags gingen wir in Guayabamba in ein kleines Restaurant am Straßenrand bei dem es Mittagsmenü für 2$ gab (Suppe, Hauptspeise, Saft, eigentlich ganz lecker), danach besuchten wir den Zoo der Stadt. War wie ein Zoo eben so ist – schöne Tiere anzuschauen (Galapagosschildkröten zum Anfassen, Ozelot & co), in leider viel zu kleinen tierunfreundlichen Gehegen,
aber insgesamt war die Gestaltung des Rundweges recht schön und liebevoll gemacht. Und Lamas im Streichelzoo
Zurück gabelten wir noch 2 Freunde von Nicole auf, spätestens dann wurde es ‘richtig’ eng mitsamt Gepäck & 11 Leuten, aber es ging. Sonst war nach dem Abendessen nicht mehr viel los, außer einer kleinen Falterinvasion und eine 12-15 cm Heuschrecke die gegen unser Fenster flog und für große Aufregung/Spaß sorgte. War aber etwas desorientiert die Arme, der Schlag an den Kopf war wohl nicht so angenehm. Ach ja, und dass der Vorhang zur Dusche bei entsprechender Beleuchtung ziemlich durchsichtig ist durfte ich noch erfahren, zum Glück hat Anja mich rechtzeitig gewarnt, bevor ich vor versammelter Mannschaft eine Schattenstripshow hingelegt habe *hust*
Heute (Montag) ist theoretisch unser erster “richtiger” Projekttag nach der Einführungswoche, allerdings muss noch ein bisschen organisiert werden, damit jeder weiß was er eigentlich so richtig zu tun hat. Alex und meine erste Woche wird daraus bestehen, den Nektargehalt von kolibribestäubten Rubiaceen über den Tag verteilt zu messen, und einen Zusammenhang zur Blütenlänge herzustellen (oder auch nicht?).
Vormittags sind wir erstmal eine Runde gelaufen und haben Influreszenzen in kleine Netzte gehüllt, damit wir später bzw am nächsten Tag die Nektarmenge und -konzentration messen können. Dabei ist uns die Schmetterlings-Gruppe, die gerade am Raupen sammeln war entgegen gekommen, die hatten auch coole Sachen entdeckt – eine Ansammlung von kleinen Plüschraupen, die beim “buh” rufen zusammenzuckten (nicht aber zb beim Klatschen). Gemeinsam entdeckten wir dann noch eine riesige megakrassfette Gigakillerraupe (15 cm oder so, mehr als fingerdicker Körper, fein verästelte Stacheln, die man besser nicht berührt) und haben sie mitgenommen. Die kommt nun so wie andere in Kästen zum Verpuppen, wir sind alle gespannt, was da rauskommt! Hoffentlich beeilen sich die Raupen ein bisschen und verwandeln sich bald.
Zu Mittag gabs unglaublich leckere, genial schmeckende ecuadorianische Würstchen, um die wir uns alle gerissen haben (zufrieden Nicole?
), und Reis mit Mais. Danach zogen die einzelnen Grüppchen nochmal los um sich um ihre Projekte zu kümmern. Alex und ich sind nun sozusagen Profis im Nektar messen, so dass wir morgen wie geplant im 2-stunden Takt Daten aufnehmen können. Die anderen Gruppen bauen Vogelfangnetze oder suchen Pflanzen, die sich zum Vogelbeobachten eignen.
Sonst ist heut ein etwas ruhigerer Tag, es regnet, ist nebelig und feucht, aber relativ kühl. Was aber mit Yvi in kuscheliger Doppelhängematte liegen umso gemütlicher macht
Abends vor dem Schlafen gabs noch eine gemütliche Hut-Schokoladen-Party in unserem Zimmer (fragt nicht…), nach der zwar einigen ein bisschen übel war, aber die Laune dafür umso besser.
Machts gut!
Lyra












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