Aaaaaaand Action!

Hi!

Nur in Kürze, da ich kaum Zeit habe heute, aber schon besorgte SMS bekommen hab: Uns gehts allen gut, ob unser Flug von den Aufständen in Quito betroffen sein wird steht in den Sternen, aber bis in 2 Tagen kann ja noch viel passieren. Aber wir sind ja eh ab vom Schuss, also Sorgen braucht sich keiner machen – notfalls bleib ich halt noch etwas hier! :)

Lyra

ps. bericht folgt morgen

Fotos: Canoa

In Quito gabs Cuy:

Canoa: Alle Wege führen ans Meer:

Wir & unser Hotel, direkt am Strand:

…mit Blick aufs Meer.

Warum sich die Fischerbootstour lohnt:

Bei der Cocktail Happy Hour sah das auch manchmal so aus:

Und danach zum Batidos und Saft trinken:

Ohne Worte:

Fotos (c) Richi, Alex und Miriam.

Zurück …

…in den Regenwald! Hieß es Sonntag Morgen. Der Abend zuvor verlief ähnlich wie gewohnt: erstmal die Cocktail Happy Hour am Hotel ausnutzen (die sind echt starkt dort – da hauen 2-3 schon richtig rein: Yvi schwankt, Richi legt den Kopf auf den Tisch, ich kuschel mit Straßenhunden und Freundinnen… Entzugserscheinungen? Seltsamerweise verfliegt der Effekt auch sehr schnell wieder, im Vergleich). Zum Essen gehen trennten wir uns, für mich gings in eine günstige Pizzaria, was aber der Qualität keinen Abbruch tat. Dann wurden noch ein letztes mal die Straßenstände inspiziert, bei denen ich mein allerletztes Geld mit dem ich eigentlich Nicole noch bezahlen muss (ohoh) losgeworden bin. Jedenfalls ließen wir die Nacht mit nochmal Batidos und frisch gepressten Säften ausklingen (die sind einfach zu geil), bevor zumindest ein Teil von uns, der die Nacht nicht durchfeiern wollte (oder kein Geld mehr hatte :P ), zurück ins Hotel ging.

Sonntag Früh hieß es um 5 aufstehen um die Sachen zu packen, das Hotel zu verlassen und Bustickets zu besorgen, entgegen aller Hoffnungen waren letztere noch nicht ausverkauft – also kein zusätzlicher Tag an der Küste ;) Die ca 8 Stunden nach Quito waren recht unspektakulär, der Bus war etwas älter, aber dennoch durchaus bequem. In Quito wurden noch paar Kleinigkeiten erledigt, nach 3 Stunden in der Stadt gings erneut per Bus nach Las Tolas, wo Nicole uns abholte. Wir sind also, allen Reiseführerwarnungen von Überfällen und allen regelmäßigen Berichten von Überlandbus-Unglücken zum Trotz unversehrt wieder an der Station angekommen :)

Was ich ziemlich schön finde ist auch, dass das “Heimkommen” zur Station sich inzwischen wirklich so anfühlt! Hinten auf der Ladefläche rumruckelnd sind uns nach Las Tolas auch direkt die Frösche und sonstigen Nachtgeräusche aufgefallen, ich hatte die wirklich vermisst! In Canoa gab es auch Vögel, sogar ziemlich beeindruckende und große, aber von den Rufen her doch eher penetrant und laut, im Vergleich zu denen hier um die Station. Und eines der schönen Blinkglühwürmchen hat uns auch gleich willkommen geheißen und ist ein paar Meter auf dem Anhänger mit uns mitgeflogen.

Nach dem Abendessen zog es uns alle ziemlich schnell ins Bett, zwar bestand der Tag hauptsächlich aus Rumsitzen und Busfahren, aber es ist dennoch nichts so entspannend wie das eigene Bett.

Die letzte Woche wird nun wie gesagt zur Auswertung unserer Daten genutzt. Montag Vormittag verging erstmal mit Nachtragen aller fehlenden Werte und angleichen der verschiedenen Dokumente. Mittags gabs nach ziemlich einstimmigem Wunsch Nudeln – anscheinend hat das anhaltende Jammern mancher über Blähbauch geholfen, zumindest gabs in letzter Zeit sehr wenig Hülsenfrüchte ^^ Aber im Grunde finde ich das Essen im südamerikanischen Stil durchaus lecker, mit Kochbananen und Yuka kann man sich gut anfreunden, finde ich. Machado (also Kochbananenstampf mit Gemüse und Käse, dazu meist ein Ei) zum Frühstück werd ich zB zu Hause vermissen, auch Bolones (auch Kochbanane, aber rund und oft mit Huhn oder Käse drin) sind richtig lecker. Aber back to Topic:

Nachmittag war erstmal das Schmetterlingsprojekt dran, das fast alle außer Alex und mir bearbeitet haben. Aufgabe war das Fotografieren und anschließende Bestimmen von Schmetterlingsarten, die hier vorkommen, außerdem wurden Raupen gesammelt um zu sehen, was genau daraus schlüpft. Letzteres war aber wohl nicht so erfolgreich, und auch um das Bestimmen beneide ich die Gruppen nicht sonderlich; ich fand rumlaufen, Alex fotografieren lassen und die Schmetterlinge einfach nur anschauen besser ;) Demzufolge fand ich auch die Auswertung nicht ganz so spannend, euphemistisch ausgedrückt. Aber wenigstens gabs Kaba. Und Kaffee.

Ich freu mich aber schon auf die Ameisenauswertung, größtenteils haben Alex und ich ja schon Graphen gebastelt, Mittelwerte berechnet und co, aber unsere Ergebnisse noch nicht auf statistische Signifikanz überprüft. Außerdem hat ja von den anderen vielleicht noch jemand eine Idee, was man mit unseren Rohdaten Interessantes vergleichen könnte.

Ansonsten herrscht hier teilweise beim Essen bzw einigen Gesprächen schon ein wenig Abreisestimmung, was ich ziemlich doof finde – ich freu mich zwar natürlich auf zu Hause, meine Familie/Freunde, meinen Computer, mehr Selbstbestimmung und meine Ruhe, aber das heißt nicht, dass ich hier weg will! Kaum zu glauben, wie schnell 6 Wochen vergehen können. Aber für sentimentales Rückblicksbla ist später auch noch Zeit, also erstmal genug hiervon.

Meinem Sonnenbrand gehts gut, danke der Nachfragen – fusselt seit heute ziemlich, tut aber nicht mehr sonderlich weh. Also alles ok :)

Bis zum nächsten und dann vermutlich letzten Mal!

Eure Lyra

Freifluuuug

Haaaai ihr!

Wisst ihr wie es ist, 50 cm (gefuehlte 100 cm) mit dem Hintern ueber einer harten Sitzflaeche zu schweben, festzustellen dass die Arme zu kurz sind um sich richtig festzuhalten, und auf den unkontrollierten Aufprall zu warten, wenn einen die Schwerkraft nach unten holt, oder aber das Boot wieder nach oben springt? Das Ganze in der Hoffnung, dass man beim Boot-Koerper-Kontakt nicht mit Kopf oder Zaehnen an das Metall vor einem stoesst, oder sich irgendwelche Knochen von Huefte bis Wirbelsaeule staucht? …dann wisst ihr ja, was wir gerade wieder Lustiges gemacht haben :D

Aber ich greife schon wieder vor. Der Nachmittag verging gestern noch mit ein bisschen Chillen, rumlaufen, Schmuckstaende angucken, Batidos trinken, etc. Abends wurde natuerlich wieder die Cocktail Happy Hour im Hotel ausgenutzt, danach gings in ein Restaurant, das Nicole uns empfohlen hat, war auch sehr lecker! An unserer Stamm-Obst-Bar haben wir danach noch zwei sehr suesse Norwegerinnen kennengelernt, die mit dem gleichen Bus wie wir hier angekommen sind, aber in einem anderen Hotel uebernachten. Die Beiden studieren Medizin in Quito und machen hier an der Kueste jetzt auch ein bisschen Urlaub. Sind alle so gross, souveraen und gutaussehend in Norwegen?

Mit meinen Mangroven wurde es jetzt leider doch nichts :( Haben gefragt was es kostet (bzw die Spanischkoenner unter uns), und sind statt den erwarteten 10-15$ ganze 28$ pro Person, und damit sind dann alle abgesprungen, die ausser mir noch Interesse gehabt haetten. Wobei ich eh den Eindruck hatte, dass Yvi vielleicht nur wegen mir mit waere und gar nicht so sehr wegen den Mangroven. Als Einzelperson haette es 48$ gekostet, in Kombination mit meinen mangelnden Spanischkenntnissen hab ichs dann auch gelassen :/

Dafuer haben wir nach einem maessigen Fruehstueck einen Trip mit dem Fischerboot gemacht – 7,50$ pro Person fuer etwas ueber einer Stunde. Was mir keiner vorher gesagt hat war, wie man da ueber die Wellen huepft! Aber vielleicht besser, wer weiss, ob ich nicht sonst wieder gekniffen haette. Auf jeden Fall hatten wir mal wieder jede Menge Spass. Erst recht, als bei den fieseren Wellen und hoeherem Tempo dann auch die zuvor noch recht souveraenen Bootfahr-erfahrenen Norwegenurlauber angefangen haben zu fluchen oder kreischen. So weiss ich wenigstens, dass ich nicht nur zimperlich bin ^^ Hab ja nicht wirklich viel Vergleich, was Boote, Meer und Wellen betrifft. Ach ja, Blaufusstoelpel haben wir auch gesehen :)

Ansonsten hab ich gestern wieder alles Wichtige vergessen zu berichten, wie immer wenn ich life blogge. Naemlich dass ich jetzt supercoole Zoepfe hab, made by Anja! So hinten den Kopf hoch geflochten, hatte ich noch nie, schaut aber voll schoen aus. Heute kombiniert mit Bandana/Kopftuch, da die die Nacht nicht so gut ueberstehen. Hoffentlich lern ich auch mal, mir die selber zu flechten.

Zwar hab ich jetzt bestimmt wieder was vergessen, aber werd mal mit Yvi und Richi was zu essen suchen gehen, damit die nicht so ewig auf mich warten muessen. Freut euch schon auf Fotos (demnaechst)!

Lyra

Wer nicht hoeren will…

…muss fuehlen! Das durfte Krebs-Lyra gestern mal wieder feststellen. Aber der Reihe nach.

Mittwoch sind wir also nach dem Mittagessen wie geplant mit dem Bus nach Quito gefahren, um dort Abends um 23 Uhr den Nachtbus nach Canoa an die Kueste zu nehmen. Wie der Zufall wollte, waren Anna und Rebecca auch gerade in Qutito und so traf man sich nochmal (was sehr schoen war :) ). Einer der nettesten und aufrichtigsten Abschiedsgruesse, die ich vor Ecuador bekommen habe, war von meiner (vegetarischen!) Schwester: “Lass dir das Meerschweinchen schmecken”. Und Mittwoch wars dann endlich so weit – die gemeinsame Zeit in Quito nutzten wir zum Cuy essen. Tja, was soll ich sagen? Viel ist nicht dran an den Dingern, aber das wusste man ja vorher. Geschmacklich eine Mischung aus Huhn und Fisch, von den Innereien konnte ich die Leber und das Herz identifizieren, schmeckte wie das eben so schmeckt. Fotos folgen! War auf jeden Fall cool, dass wir noch Gelegenheit hatten, Cuy essen zu gehen! Nochmal braeuchte ich das aber nicht unbedingt.

Die restliche Zeit verbrachten wir noch in Quito mit (erfolgreich) Geld abholen, Billigpizza/Burger essen und dann wars auch schon Zeit, zum Bus zu gehen. Der war ziemlich cool – steht einem deutschen neuen Reisebus in nichts nach, sehr bequem auch zum schlafen und sogar mit Sicherheitskontrolle beim Einsteigen. So gingen die 8 Stunden Fahrt dann auch recht schnell vorbei, zum Glueck musste ich nicht aufs Klo, das war naemlich fast die ganze Zeit abgesperrt. Etwas gematscht, aber recht gut gelaunt waren wir also gegen 7 in Canoa – das Meer schon in Sichtweite! Gepaeck in der Hand gings direkt an den Strand, erste Aussicht und Sand unter den Fuessen geniessen – dann aber doch erstmal ins Hotel, wo wir nach kurzem Warten auch gleich unser Gepaeck verstauen konnten. Das Hotel ist die gleiche Kette wie in Mindo, Hotel Bamboo – stylisch, vergleichsweise sauber (wen stoeren schon Ameisenstrassen durchs Zimmer, wenn man dafuer ein eigenes Klo hat?) und direkt am Strand gelegen.

Als naechstes zog es uns richtung Fruehstueck, dabei konnten wir auch gleich ein wenig durch die Stadt laufen. Canoa besteht, zumindest der Teil den wir Touristen als erstes fuer uns entdeckten, hauptsaechlich aus Bars, Hotels und Restaurants, dazwischen verteilt ein paar der typischen kleinen Laeden mit bisschen Obst, Getraenken usw. Fuer unser Fruehstueck entschieden wir uns fuer ein kleines Restaurant bei dem es fuer 1-2$ Essen gab, in meinem Fall wieder so ein leckeres Kochbananen-Kaese-Knoedel dessen Name ich schon wieder vergessen hab, dazu Instantmilch die mit 3 gehaeuften Loeffeln Kaba auch lecker schmeckte.

Der Tag wurde natuerlich am Strand verbracht – ich bin ja total anti-Strandurlaub eingestellt, aber muss sagen, bei dem schoenen Wasser, dem super sauberen Strand mit vielen Muscheln und so gut wie keinen Leuten und den Wellen hatte auch ich ziemlich viel Spass! Zumindest nachdem ich meine Badeanzugminderwertigkeitskomplexe ueberwunden hatte. Im Wasser wars dann auch ziemlich praktisch, dass ich als einzige einen Badeanzug statt Bikini hatte, da ich dann naemlich die einzige war, die nicht staendig Gefahr lief, das eine oder andere Teil zu verlieren. Alex und ich wollten ausserdem eine Sandburg bauen, leider wurde die noch vor ihrer Vollendung weggespuelt. Weniger toll als das Baden war das Sonnenbraten – spaetestens da hoert bei mir die Toleranz fuer Strandurlaub auf. Dumm wie ich bin bin ich natuerlich dennoch bei den anderen geblieben statt ins Hotel oder in den Schatten am Hotel zu gehen, sei es aus dem noch immer nicht zu 100% unterdrueckten Schoenheitsideal dass braun = gut, oder aus nicht-nachdenken, oder wer weiss warum. Jedenfalls hat weder 50er Sonnencreme, noch regelmaessiger Hautcheck, noch nachcremen mich davor bewahrt, jetzt wie eine rote Neonlampe zu gluehen. Wenn ich also behaupte, ich haette die heissesten Beine von ganz Canoa, dann hat das herzlich wenig mit Anatomie zu tun, sondern eher mit der unangenehm hohen Hauttemperatur.

Was aber noch viel schlimmer ist als weder sitzen, noch liegen, noch laufen zu koennen sind sowohl die Vorstellung von mir in 30 Jahren mit Schrumpelhaut und Krebsgeschwueren, als auch das unbeschreibliche Gefuehl und der Beweis der eigenen Dummheit – ist ja nicht so, als ob ich nicht schon ueber 20 Jahre in meiner ueberempfindlichen Haut stecke! Und dass die Sonne hier nunmal noch krasser ist, laut Yvi war gestern auch der Tag an dem sie am steilsten runterbrennt, ist ja auch kein Geheimnis. Ein schwacher Trost ist, dass auch die regelmaessigen Strandurlauber und die selbsterklaerten Sonnenfreunde nicht ganz unbeschadet davon gekommen sind. Da darf mir als Kellerkind & Nachtschwaermer sowas doch auch mal passieren. Oder?

Meine Maedels – ja, diesmal hab ich einen Platz im Maedelszimmer bekommen, ohne dass wer schnarcht! – haben mich auch direkt mit After Sun with Q10, Fenestil(ersatz) und Aloe Vera-Lotion versorgt, zumindest daran mangelts mir also nicht. Lieber waer mir ja irgendwas gegen den “Selber Schuld Doofi” Gedankengang, aber der wird mir wohl erstmal bleiben. Generell ists aber eh lustig, wie hier alles moegliche getauscht und verliehen wird – Schuhe, Schals, Creme, Duschgel, notfalls auch mal Unterwaesche, Lippenstift, Kleidung, Deo – oder, wie gerade Jule und ich, unsere Sonnenbrillen (“Deine ist voll schoen” – “Ne, deine ist cooler!”).

Lieber Bruder, hast du mich gestern gesehen? Ich hab mich auf das groesste Stueck Treibholz gestellt, das in der Naehe war, und dir und Yumi zugewunken! Du hast doch Adleraugen. Und sag jetzt bloss nicht, du haettest in dem Moment gerade nicht geschaut.

Da uns allen langsam das Geld knapp wird, beschossen wir (ein paar von uns) das Mittagessen selbst zu basteln – die Idee, Tomaten und Thunfisch aus der Dose auf Semmeln zu legen war auch soweit gut, leider waren letztere eher als “suess” einzustufen, was dann… nicht mehr ganz so lecker war. Aber satt waren wir.

Abends gings dann die Cocktail Happy Hour in unserer Hotelbar ausnutzen – Pisco Sour und Canoa Tropical hiess das in meinem Fall, wobei der Banana Colada mittags direkt am Strand sitzend schon auch Stil hatte! Dann gabs eine kurze Wartepause (Ameisen im Zimmer), in der ein Ecuadorianer aus der Schweiz Gefallen an Katrin und mir fand, aber zum Glueck kamen dann die anderen wieder und wir retteten uns in die naechste Saftbar. Dort gabs dann noch 1$-Batidos (Milchshake mit diversen Fruechten/Obst nach Wahl), ich glaube, die werd ich in Deutschland neben den guenstigen Cocktails mit am meisten vermissen.

Heute heisst es fuer mich erstmal vermummen bis zum Kinn, da ich keine Lust auf einen zweiten Sonnenbrand habe (wie ihn sich die anderen glaube ich teils schon geholt haben), lob sei dem duennen Langarmkleid fuer 4 Euro aus dem C&A! Wobei meine Arme und das Gesicht eigentlich noch recht in Ordnung sind, die sind ein bisschen Sonne ja gewoehnt. Dafuer hab ich angeblich Sommersprossen, aber da alle die “niedlich” nennen und gern selber welche haetten, kann ich mich wohl damit abfinden. Verblassen ja hoffentlich auch schnell wieder, wenn sie wieder eine gesunde Dosis Computerbestrahlung abbekommen.

Da der Obstsalat im Hotel nicht wirklich saettigend war, gingen ein paar von uns noch Fritados am Strassenrand kaufen, das war eine Tuete mit Fleischstueckchen (bzw Fett oder Knochenstuecke Oo), frittierten Bananen und etwas Salat. Aber eigentlich ganz nice, ich wuenschte, ich haette mir oefter mal so Zeug vom Strassenrand reingezogen, und weniger groesser essen gegangen, denke da findet man interessantere Sachen.

Jetzt werd ich mir wohl auch erstmal wieder was zu essen suchen, ist schon Mittag vorbei – dh bei euch ist Abend – aber fast keiner online, wenn ich mal da bin! Schaemt euch. Hoffentlich kann sich morgen jemand fuer die Mangroven begeistern, allein waer auch doof.

Machts gut!

Lyra

Allgemeine Eindrücke & Gedanken

- Ecuadorianisches Salz salzt nicht O_o Also wenn ich heim komme, und erstmal mit nem Esslöffel statt ner Prise nachsalze, warnt mich ^^

- Klopapier in einen Eimer statt ins Klo werfen ist bäh. Da sind mir unsere Latrinen mit Sägemehl lieber! An die kann man sich übrigens wirklich ganz gut gewöhnen.

- Die Milch ist toll! Echte Regenwaldkuhmilch. Zwar oft zu wenig, erst recht seit wir so leckeres Müsli haben, aber eben frisch vom Bauern – mmh! :)

- Von allzu großen Mückenattacken wurden wir zum Glück bisher verschont (allerdings nur dank NoBite & co – sonst ists schon fies manchmal), auch das Wetter ist viel angenehmer als befürchtet, dh die Luftfeuchtigkeit ist gar nicht so drückend wie in den Gewächshäusern, die man aus Deutschland teilweise kennt. Hätte man sich ja eigentlich denken können, wenn man sich richtig informiert hätte, aber nuja. Dafür haben wir immer wieder lustige rote Punkte, und noch weiß keiner was das eigentlich ist. Am besten stellt ihr mich erstmal unter Quarantäne, wenn ich heim komm. Am besten inklusive Wurmkur und co.

- Meine teuersten Neukäufe für diese Reise haben sich wirklich gelohnt – sowohl die coole Fjällräven Hose, als auch die Wanderschuhe passen wie angegossen und erfüllen ihre Erwartungen, als hätten sie nur auf mich gewartet!

- Was mir immer wieder auffällt: Ich finds total schön, wie gut wir uns untereinander verstehen. Keine großartige Gruppenbildung oder ähnliches, immer relativ gemischte Verteilung in Restaurants usw – als würde man sich schon viel länger kennen! Finde ich keine Selbstverständlichkeit. Und auch kein Zickenkrieg, was ja durchaus mal passieren kann, wenn so viele Leute aufeinandersitzen. (Was nicht heißt, dass es nicht mal Unstimmigkeiten gibt – aber man kann miteinander reden)

- Ich fürchte, ich steh kurz davor, doch noch Facebook in die Hände zu fallen…

- Davon abgesehen, dass die Luftfeuchtigkeit hier russisch Roulette mit unseren Elektrogeräten spielt, und Wäsche nicht trocken wird, ist sie echt geil: Man muss eine Kekspackung nur einen Tag offen liegen lassen, und schon sind die Kekse wunderbar weich und toll :D Yummi!

- Was ich nicht verstehe: Warum man sich selbst mitten im Regenwald noch schminkt. Also, wenn man wegfährt, in Städte oder so, klar – aber jeden Arbeitstag?

Was ich vermissen werde (Reihenfolge zufällig, niemals vollständig):

- Die Landschaft! Sooo schön…

- Auf dem hinteren Teil des Autos an der frischen Luft zu sitzen und die Aussicht und die Abgase zu genießen, mit Wind im Gesicht und Freunden an der Seite

- Die schiere Masse an (oft überdimensional großen) Tieren, die sich einfach überall am Wegesrand finden (erst recht, wenn man mit Alex unterwegs ist – der hat von uns allen den besten Blick dafür!). Ich denke aber, ich werde mich ab jetzt auch zu Hause bewusster draußen umsehen.

- Morphofalter & Kolibris! Und die Blinkglühwürmchen. Und Blattschneiderameisen. Einfach diese vielen kleinen Details, die mich jedes mal wieder faszinieren und die Laune aufbessern…

- Geräuschkulisse Regenwald

- Um 8 oder 9 Uhr ins Bett zu gehen, ohne das Gefühl, was zu verpassen, oder Zeit zu verschwenden. Generell graut mir schon ein wenig davor, wieder zu Hause dem Alltag zu verfallen; hier geht einfach alles seinen Gang, man hat nicht ständig Stress und 1000 Sachen im Kopf und zu tun – das tut wirklich mal gut. Und so ist dann auch in der früh aufstehen viel weniger schlimm als normal.

- …Liste beliebig fortsetzbar

Vogelmonitoring

Huhu ihr,

So hält man einen Vogel (c) Richi

So hält man einen Vogel (c) Richi

die Zeit verfliegt! Gestern (Montag) hab ich mit Yvi wieder Früh Netze aufgespannt, um Vögel zu fangen und zu vermessen. Pünktlich um 6:03 hatten wir auch schon unseren ersten Fang, obwohl wir noch gar nicht ganz fertig waren mit Aufspannen. Der hatte sich dann auch leider ziemlich verhakt, so dass es ganz schön gedauert hat, bis wir ihn wieder befreit hatten. Hut ab vor Nicole, die das immer übernimmt, und dabei die Vögel eisern festhält (muss man ja), auch wenn die oft ziemlich fies zwicken und beißen! Auch ich hab mich diesmal mal ans Vermessen gewagt, mit dem richtigen Griff geht das ganz gut, nur an der Übung mangelts noch ein wenig. Insgesamt hatten wir an diesem Tag 4 Vögel, was im Vergleich zu unseren bisherigen Fangtagen eine ziemlich gute Quote war.

Nachmittags hieß es für mich dann wieder Ameisenarbeit – im Grunde das Übliche, also Zeit stoppen, Blätter fangen, wiegen, um unseren Pool an Daten zu erweitern. Katrin (die Neue) war mit dabei, da ihr unser Ameisenprojekt zu gefallen scheint. Dem ersten Eindruck gemäß ist sie auch ganz nett, redet aber für meinen Geschmack ein wenig zu viel bzw ist mir ein wenig zu exzentrisch.

Was mich dagegen freut, ist das Interesse der anderen an unserem Projekt – Yvi mag zwar keine Ameisen an sich, aber findet unsere Arbeit interessant, und Jule war Feuer und Flamme als ich erwähnt habe, dass man ihnen auch ganz einfach beim Schneiden zuschauen kann. Also sind wir nachmittags nochmal los bevor es dunkel wurde, haben den Ameisen Blätter hingelegt und die Zeit gestoppt, die sie zum Schneiden brauchen. Nur um Sebbis Frage mal grob zu beantworten: Bei den paar Messungen, die wir gemacht haben, brauchten sie um die 2-4 Minuten, bei kleineren Schneidestrecken auch mal nur eine Minute für ein Stück Blatt. Das müsste natürlich jetzt erstmal zurückgerechnet werden auf die Strecke, die geschnitten wurde, um die Geschwindigkeit zu ermitteln und eventuell mit der Größe der Ameise verglichen werden. Mal sehen, ob wir dazu noch die Zeit finden.

Heute morgen hieß es dann, nach einer mal wieder unruhigen Nacht (ich

(c) Richi

(c) Richi

träum hier so kranken Mist), um 5:15 aufstehen, da ich zusammen mit Nicole, Yvi und Sabrina zum Vogelmonitoring gehen wollten. Heißt so viel wie: Vögel anschauen gehen und die Artenliste erweitern. Dazu fuhren wir erstmal mit Wilo im Auto ein Stück den Weg Richtung Las Tolas (wo er die schon wieder entlaufenen Hunde abholte) und liefen in ca 3-4 Stunden zurück zu Station. Auf dem Weg hieß es Lauschen & Sehen: ca 40 verschiedene Vogelarten konnten wir entdecken! Zwar nicht alle gesehen, sondern teils nur gehört, aber doch die meisten ließen sich zumindest kurzzeitig blicken. Der Quetzal hat uns mal wieder geärgert: Zwar hat er ständig gesungen oder gerufen, aber gezeigt hat er sich nicht. Zu großer Entzückung von Nicole entdeckten wir auch einen Moss backed tanager, von dem sie zwar wusste dass es ihn hier gibt, den sie aber heute zum ersten mal selber gesehen hat. Für Birdwatcher ist der wohl eine tolle Attraktion! Wer mal googeln möchte, was wir noch so schönes gesehen haben: Den Chocó Trogon und den Chocó Toucan, Rufous Motmot, Swallow Tanager (cool!). Und die Geier, die hier beständig über unseren Köpfen ihre Kreise ziehen.

Morgen (Mittwoch Mittag) gehts dann wie angekündigt bis Sonntag an die Küste, genauer gesagt nach Canoa, damit auch die Strandnudeln unter uns auf ihre Kosten kommen. Ich denke aber ich werde mich von unterwegs mal per Internetcafé melden können :)

-Lyra

PS. Auf Wunsch hier mal unsere Krötenkopf-Lanzenotter, die zweite (Foto (c) Richi):

Und noch eine wird alt

Meine liebste Schwester,

ich wünsch dir alles Gute zum Geburtstag! :) Lass dich schön beschenken, auch wenn du das beste Geschenk eh erst bekommst, wenn ich wieder da bin!

Deine Lyra :)

(Foto vom Alex)

Raupen & co

Gab ja ne Weile keine Fotos mehr! Also hier mal ein kleiner Auszug von dem, was der Alex so am Wegesrand findet (Fotos c Alex)

Ameisen!

Huhu!

Diesmal wirds ein bisschen ameisenlastig, da euch das Thema ja auch zu interessieren scheint. Für Richtigkeit kann ich natürlich nicht garantieren, viel recherchieren kann ich hier auch nicht, nur nach bestem Wissen und Gewissen antworten. Nicole wird mich aber hoffentlich korrigieren, falls ich zu großen Mist verzapfe.. ;)

- Nutzen die Ameisen immer nur eine Sorte Blatt? Oder nutzen sie alles, was sich so finden lässt?

Alles werden sie wohl kaum nutzen, da viele Pflanzen ja auch Abwehrmechanismen haben, von Giftstoffen im Blatt bis zu physischen Hindernissen (Haare, Silicium..). Was genau die Ameisen nun stört und womit sie klarkommen, weiß ich nicht. Was wir aber feststellen konnten war, dass die Auswahl doch relativ breit ist – von zarten, hellgrünen Blättern, über vertrocknete braune Blattstücke bis hin zu richtig dickwandigen “fleischigen” Blättern. Sie schneiden auch nicht nur oben in den Bäumen, sondern teilweise auch was in ihrem Weg liegt – was uns ermöglicht hat, ihnen mal dabei zuzusehen!


- Ist es möglich herauszufinden, sofern unterschiedliches Blattwerk genutzt wird, für welche Zwecke das Material verwendet wird oder treffen die Ameisen keine Unterscheidung?

So weit ich weiß, kommt einfach alles in den Bau und wird an die Pilze verfüttert… der Vielfalt an Blattarten, die transportiert werden nach zu schließen sind die nicht sehr wählerisch.
- Wie schnell kommt eine Ameise voran? Also im Vergleich ohne Last, mit Beladung und mit maximaler Beladung?

“Maximale Beladung” ist so eine Sache – die unterfordern sich nämlich alle. Das Problem ist glaube ich irgendwann weniger das Gewicht, als vielmehr dass die Sachen irgendwann zu sperrig sind – das sieht man, wenn mal wieder ein Eigenbrödler meint, ein ganzes Blatt oder sonstiges Hindernis aus dem Weg schaffen zu wollen. Die schaffen viel, viel, viel mehr zu ziehen/tragen, als die normalen Blattstücke wiegen.

Zur Geschwindigkeit an sich (da sind wir momentan noch am experimentieren): Bei Hitze (30-36° C) rennen sie jedenfalls schneller als bei normalen, gemäßigten Temperaturen. Zu einem gemütlichen Zeitpunkt waren es gut 36 sek pro Meter. Bei über 30° haben sie sich ein bisschen beeilt und schafften die gleiche Strecke in ca 23 sek. Das sind allerdings erst sehr vorläufige Daten für euch Neugierige, noch nichts Endgültiges und gemittelt aus zu wenig Stichproben, also verlasst euch nicht darauf!


- Wie lang dauert ein Blatt-Schneid Projekt?

-> In Bearbeitung
- Werden die extra angelegten kleinen Blatthaufen nur im „schwierigen“ (was ist das bei den Ameisen?) Gelände angelegt, damit der Transport schneller geht oder ist das unabhängig davon? Also zB schwierige Kletterarbeit benötigt viele Ameisen, wohingegen dann der Weitertransport nach der Kletterei von nur wenigen geschafft werden kann.

Blatthaufen konnten wir bisher bei heißen Temperaturen beobachten, meine Theorie ist wie schon erwähnt, dass Überhitzung oder aber Austrocknung verhindert werden soll, was aber natürlich nicht so viel Sinn macht, wenn sie die Blätter andererseits auch mitten in die Sonne schmeißen. An anderer Stelle haben sie mal einen Haufen Blätter in den Matsch bzw ins Wasser geworfen, als sie eine Pfütze überbrücken mussten, über die nur ein einziger Weg geführt hat – auch hier könnte man wieder rätseln: Wurde es ihnen zu blöd, mit Blatt in den Gegenverkehr zu laufen, und deshalb legen sie sie einfach ab? Bauen sie gezielt eine Erweiterung der Brücke, damit mehr Ameisen durchpassen? Oder haben sie einfach die Blätter beim Versuch die dünne Brücke zu überqueren verloren/fallenlassen? Aufgehoben wurden die übrigens nicht mehr alle, sondern liegen jetzt, auch bei trockenem Wetter, noch dort (inzwischen festgepappt).

Aber zurück zur Frage: Kletterei wird normalerweise schon selbst erledigt, über Blätter oder Steine gleichermaßen wie über ebene Flächen. Abgelegte Blätter werden aber durchaus von anderen wieder aufgehoben, sofern möglich. Wobei die Ameisenstraße selber ja auch schon sehr “ausgetreten” ist, also flottes Laufen normal schon gut möglich ist, auch wenn mal ein Stöckchen im Weg liegt.
- Methoden der Materialsuche der Ameisen? Scouts, die irgendwie einen Baum aussuchen? Kriterien der Wahl?

Gute Frage! Keine Ahnung.

- Daten & Fakten

Nach wie vor, nichts endgültiges, nur ein Zwischenstand unserer Ergebnisse, für diejenigen, die es interessiert!

Die Durchschnittsträgerameise wiegt in etwa 9,5 mg und transportiert dabei ein Durchschnittsblatt von 33 mg.

Wie Gewicht von Ameise und Blatt zusammenhängt, wird noch ermittelt. Die Varianz ist allerdings ziemlich groß, es gibt kleine, große, mittlere Ameisen … die kleinsten Träger, die wir gemessen haben, hatten um die 2 mg (geringer macht die Waage nicht mit), die größte bis 23 mg. Das ist jetzt aber wirklich nur, damit ihr eine grobe Einschätzung habt, man findet sicher auch noch größere und kleinere. Die Beschützerameisen auf den Blättern sind noch leichter (aber fieser -.-), außerhalb unseres Messbereiches, ein Megakrieger der uns mal über den Weg gelaufen ist, hatte stolze 62 mg. Und eine ganz normale 17 mg-Ameise war mal so fleißig, ein 122 mg Blatt zu tragen!

Genug Zahlenchaos, ich hoffe ihr könnt was damit anfangen!

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